Mein Workflow in der Bildbearbeitung

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Der heutige Beitrag handelt über einen nicht zu unterschätzenden Aspekt in der digitalen Fotografie: der Bildbearbeitungs-Workflow. Es ist immer wieder interessant, auch von anderen Fotografen zu hören, wie sie die Fotos nach der Aufnahme ver- und bearbeiten.

Von der Karte auf die Platte

Der Workflow fängt schon damit an, wie ich die Bilder von der Speicherkarte auf die Festplatte bekomme. Ich nutze dazu immer den Finder (Windows: Datei-Explorer) und kopiere die Dateien einfach in den bereits dafür angelegten Ordner. Die Ordner haben folgende Struktur: Für Shootings und Hochzeiten habe ich immer einen übergeordneten Ordner für das entsprechende Jahr, darunter kommen die jeweiligen Shootings bzw. Hochzeiten. Darunter gibt es noch Ordner für die Roh-Dateien und die JPGs (in Web-Größe und Voll-Auflösung). Direkt nach dem Kopieren auf die Festplatte starte ich noch ein Backup-Programm, das die Dateien auf eines meiner NAS-Systeme kopiert. Ich habe mittlerweile 3 Stück, 2 Synology „von der Stange“ und ein selbst zusammegbautes. Die beiden Synology-Systeme dienen als „Lager“, das selbstgebaute dient als Backup der beiden Synology. Und für die Sicherheitsfanatiker unter euch: Selbstverständlich steht das Backup-NAS räumlich getrennt von den anderen. 😉

Sortieren & Gruppieren 1

Erst vor ein paar Monaten habe ich meinen Arbeitsablauf an dieser Stelle optimiert. Habe ich bisher hier nun mit Lightroom (LR) angefangen, so kommt jetzt noch ein Schritt davor: Die Bildauswahl mit Photo Mechanic. Photo Mechanic wird hauptsächlich von professionellen Fotoreportern benutzt, die damit sehr schnell ihre Bilder mit den entsprechenden Informationen (Beschriftung, Herkunft, Rechteinhaber etc.) für die Bildredaktionen aufbereiten können. Der für mich entscheidende Vorteil an Photo Mechanic ist allerdings die rasendschnelle Ansicht der RAW-Dateien. In Lightroom muss man immer (auch wenn man die 1:1 Ansichten schon gerendert hat) ein paar Sekunden warten, bis das Bild scharf dargestellt wird. Erst dann kann man beurteilen, ob man das Bild bearbeiten möchte oder nicht. Und bei ca. 2000 Bildern einer Hochzeit wartet man in Summe dann schon etwas… In Photo Mechanic wartet man nicht. Die Bilder bauen sich in Sekundenbruchteilen auf und ich kann sofort beurteilen, welches Bild eine Bearbeitung verdient oder nötig hat. Ich markiere („tagge“) die Bilder nur und kann Sie dann per Menü an Lightroom senden. Daraus ergibt sich auch schon ein weiterer Vorteil: Der Lightroom-Katalog wird dadurch deutlich kleiner, da dort nur noch die Dateien drin sind, die ich auch wirklich bearbeiten möchte. Nach dem Taggen der Bilder erfolgt die Übergabe an LR, also der Import der Bilder in LR. Ich erstelle aus Performancegründen und auch der Übersichtlichkeit halber jedes Jahr neue Kataloge. Jedes Ereignis bekommt eine eigene Sammlung und ggflls. untergeordnete Samlungen. Nach dem Import werden dann die Vorschaubilder gerendert und das dauert ein bisschen. Zeit für einen Kaffee!  

Sortieren & Gruppieren 2

Wenn die Vorschaubilder erstellt sind (manchmal kann ich es auch nicht abwarten und fange gleich damit an) kann es mit dem nochmaligen Durchschauen der Bilder und dem Gruppieren losgehen. Ich schaue alle Bilder nochmals an und markiere bzw. lehne Bilder auch ab. Die besten Bilder bekommen 5 Sterne. Thematisch zusammenhängende Bilder (bei Hochzeiten eben Paarshooting, Trauung, Sektempfang etc.) packe ich in Stapel und/oder markiere sie mit einer Farbe. Damit kann ich beim Export (bei Hochzeiten) sehr schnell thematisch zusammengefasste Ordner erstellen.

Bearbeiten

Nach dem „Export“ aus Photomechanic nach Lightroom umd dem Sortieren und Gruppieren kommt es nun zur eigentlichen Bearbeitung. Ich arbeite sehr gerne mit Presets, da ich hiermit den Bilder sehr schnell meinen Stil verpassen kann. Als Grundlage dienen mir dabei die VSCO-Plugins, die ich aber für mich angepasst habe. Ich mag den analogen Look, den man dort mit einfachen Mitteln erzeugen kann. Das Tolle an Lightroom ist, das ich Einstellungen, die ich für ein Bild vorgenommen habe, auch sehr schnell auf andere Bilder anwenden kann. Habe ich z. B. in der Kirche alle Bilder etwas schwach belichtet, so kann ich mit wenigen Klicks die Belichtung für alle diese Bilder korrigieren. Die Zeitersparnis bei 2000-3000 Bildern einer Hochzeit ist enorm. Generell mache ich nicht zuviel. Im ersten Schritt wird die Belichtung angepasst, ggfls. werden noch die Tiefen Lichter korrigiert. Bei den Portraits wird je nach Notwendigkeit auch nochmal mit dem Korrekturpinsel gearbeitet (Haut weichzeichnen, Pickelchen entfernen etc.) Am Schluss noch Schärfen und ISO-angepasst entrauschen und das war’s eigentlich auch schon.

Exportieren

Sind die Bilder endlich so, wie ich sie haben wollte, starte ich den Export. Je nach Verwendungszweck (Web, Facebook, etc.) exportiere ich direkt auf die Festplatte oder nutze eines der Plugins, mit denen man direkt z.B. in den Blog oder auf Zenfolio exportieren kann. Für meine Brautpaare gibt es die Bilder natürlich in voller Auflösung, für den Blog skaliere ich meistens runter auf 2000px. So, und das war’s eigentlich auch schon. Garnicht so kompliziert, oder? Falls jemand Fragen zum Workflow hat, immer her damit!    
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